Orgelbau

Bierorgel

 

Eine Bierflaschenorgel ist ein orgelähnliches Musikinstrument aus Bierflaschen.

Auf der Insel Helgoland verstimmte sich die Orgel der Inselkirche aufgrund der Witterung ständig. Ein Orgelstimmer musste deswegen vom Festland auf die Insel fahren, was für die Kirchengemeinde hohe Kosten verursachte. Der Instrumentenbauer Johann Samuel Kühlewein aus Eisleben wurde 1798 damit beauftragt, ein Instrument zu entwerfen, welches nicht so leicht verstimmt. Er verwendete fast 100 Glasflaschen anstelle von Pfeifen aus Holz oder Metall. Gestimmt wurde die Orgel mit Siegelwachs.

In Illinois kam 1998 bei der Firma Peterson Electro-Musical Products, Inc. anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Firma der Orgelbauer Gary Rickert auf dieselbe Idee, eine Orgel aus Bierflaschen zu bauen. Zusammen mit Joe Farmer und Bill Bernahl wurde das Gerät entworfen und konstruiert und ist nun kommerziell erhältlich.

Ouelle: Wikipedia

 

Bierorgel ist eine bei manchen Studentenverbindungen übliche, scherzhafte (manchmal auch leicht abwertende) Bezeichnung für das Klavier, mit dem auf einer Kneipe oder einem Kommers das Singen der Kommerslieder begleitet wird.

 

Bierorgel ist eine bei manchen Studentenverbindungen übliche, scherzhafte (manchmal auch leicht abwertende) Bezeichnung für das Klavier, mit dem auf einer Kneipe oder einem Kommers das Singen der Kommerslieder begleitet wird.

Instrumentalbegleitung bei studentischen Kneipgesängen scheint eine vergleichsweise späte Entwicklung zu sein. Aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die studentischen Veranstaltungen noch ausschließlich in öffentlichen Lokalen stattgefunden haben, ist keine bildliche Darstellung einer Klavierbegleitung oder eines anderen Instruments überliefert. Vermutlich weil die Kneipwirte den finanziellen Aufwand scheuten oder um den Erhaltungszustand des teuren Instruments fürchteten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die ersten Klaviere erst zur Zeit des Baus der ersten Korporationshäuser in den letzten Jahrzehnten des Jahrhunderts ihren Einzug in die studentische Kneipe hielten. Die Einrichtung dieser Häuser orientierte sich an der Ausstattung eines Bürgerhauses der damaligen Zeit, und dazu gehörte auch ein Klavier.

Der Begriff "Bierorgel" steht in der studentischen Tradition, scherzhafte Ausdrücke für gewöhnliche Gegenstände oder gewöhnliche Ausdrücke für scherzhafte Vorgänge ("Biername", "Bierjunge", "Bierverschiss", "Bierwort" etc.) durch das Präfix "Bier-" zu bilden. Ähnliches ist bei den Soldaten der deutschen Bundeswehr üblich, hier mit dem Präfix "Nato-" (zum Beispiel "Nato-Adler" für "Brathähnchen"). In die deutsche Umgangssprache hat der Begriff "Bier-Zeitung" Aufnahme gefunden, der für eine Sammlung von satirischen Beiträgen verwendet wird, die anlässlich eines besonderen Ereignisses oder eines Festes vervielfältigt wird.

Die Anspielung auf das kirchliche Instrument Orgel steht wiederum in der studentischen Tradition, aristokratische und klerikale Titel, Begriffe und Umgangsformen bei Trinkveranstaltungen ("Bierstaat", "Bier-Herzogtum") lächerlich zu machen. Das war besonders in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts - vor allem in Jena - sehr beliebt. Der Kulturkampf in Preußen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird hierbei kaum hemmend gewirkt haben.

Der Pianist heißt hier Bierorgler oder Biermusik. Die Bierorgel wird bedient (nicht gespielt).

Quelle: Wikipedia